
Das staatliche Hofbräuhaus ist – wie der Name schon vermuten läßt – zu 100 Prozent Eigentum des Freistaates Bayern. Ausgerechnet der Pressesprecher dieses Hauses hat jetzt angekündigt, die Pressefreiheit während der Wiesn einschränken zu wollen. Im Festzelt des Hofbräuhauses sollen nur jene Fotografen zugelassen werden, die keine schlüpfrigen Bilder machen. Es gebe ein paar Dinge, die er nicht sehen wolle, so der Sprecher. Zum Beispiel: “keine Nackten” oder “keine Titten”. Schlägereien dürften ebenfalls nicht abgelichtet werden. Und außerdem: Fotos von betrunkenen Menschen sind ebenfalls tabu. Da bin ich gespannt, wie das gehen soll.
Der Bayerische Journalistenverband (BJV) protestiert bereits gegen jegliche Form vom Pressezensur auf dem diesjährigen Oktoberfest. Pressefotografen und Fernsehteams würden dieses Jahr massiv an der Ausübung ihres Berufes gehindert – so der Vorwurf. Hier die Pressemitteilung des Journalistenverbandes im Wortlaut:
…Vom Oktoberfest sollen keine Fotos oder Filme von Betrunkenen oder von Besucherinnen, die ihre T-Shirts hochziehen, in den Medien erscheinen. Die Pressestelle des Hofbräuhauses lässt sich bereits im Vorfeld bei der Akkreditierung per Unterschrift zusichern, dass weder Betrunkene noch Busen abgelichtet werden. Meist werden die Fotografen im Zelt von Sicherheitskräften oder von einem Mitarbeiter der Presseabteilung begleitet. Auch andere Zeltbetreiber versuchen zunehmend in diese Richtung Einfluss zu nehmen und berufen sich dabei auf ihr Hausrecht.

Das ist definitv schlechte PR, das ist anmaßend.
6 Mio. Litter Bier bei 6 Mio. Besuchern – das ist DIE Gelddruckmaschine, allen voran für die Brauer,
die sich dann schon immer sauber auch im Vorfeld schon fein grinsend die Hände schütteln, welch tollen Reibach es gibt. http://www.tz-online.de/oktoberfest/wiesn-2008/wiesn-biere-auf-dem-pruefstand-66711.html
Alle machen mit, alle rennen schön brav in Lederhos´n und Dirndl rum – ach dieses Auferstehen guter Tradition! Die Jugend besinnt sich der alten Werte. Nein: die hauen sich mehr und mehr die Rübe voll. Das ist ein Problem!
Es passt scheinbar nicht ins Konzept für diese heißgelaufene Marketingmachete, dass die Wies´n nicht mehr so recht gemütlich ist.
Sondern für viele ein Kampftrink-Event: Der größte Betrunkenen-Bohei der Welt.
Dies sind die häßlichen Seiten der Wies´n. Wenn es dem HB nicht passt, das darüber berichtet wird, was im Zelt abgeht, dann sollten sie sich vielleicht auf Tanztee-Veranstaltungen spezialisieren.
Es muss die kritische Frage erlaubt sein (sic! von den Medien), wollen wir das so?
Unberührt davon bleibt natürlich die Frage nach der Art der Berichterstattung: Die Team von Exklusiv, K1 und Co stehen schon in den Startlöchtern, um die Reportagen über die Wies´n-Rot-Kreuz-Station zu drehen oder von den barbusigen Australierinnen
Tja aber das ist nun die Frage der Medienkultur. Was geht und was nicht ist zudem eine Frage des Presserechts, nicht des Hausrechts.
Die Wies´n ist DAS Medien-Event in München. Alle, von A-F Promis und Politiker, treiben hier Schaulaufen . Dissonante Töne passen da irgendwie wohl nicht ins Bild.
Und:
Berichterstattung und PR, das ist kein Bestellkino. Das sehen Verantwortliche der Unternehmenskommunikation scheinbar mittlerweile anders.
Der feine Herr Pressesprecher kann sich doch wünschen was er will. Muss denn da jemand drauf hören?
Das ist ja eine megapeinliche Forderung, schlicht unerhört. Was soll man denn sonst auf einem bierfest mit blasmusik knipsen? Die Forderung ist so peinlich, dass man die gar nicht ernst nehmen kann. der hat sich vermutlich nur im datum geirrt. morgen kommt die auflösung. es war ein aprilscherz. Was soll man denn sonst beim FEst fotografieren?
Fehlt ja bloß noch, dass nur zwischen elf und elfuhrfünfzehn Bilder gemacht werden dürfen – weil da noch niemand so richtig voll ist.
Sie sollten Gröna Lund in Stockholm besuchen